Fotografie Blog

von Frank Tegtmeyer

           

Fotobuch von Saal-Digital

Fotobuch

Saal-Digital sucht über eine Werbe-Kampagne Tester für die angebotenen Foto-Bücher. Ich habe die Gelegenheit genutzt und ein Fotobuch dort bestellt.

In letzter Zeit habe ich vermehrt bei Facebook Werbe-Einblendungen gesehen, die sich gezielt an Fotografen richten und einen dazu auffordern, Tester für Fotobücher oder für Foto-Drucke zu werden.

Das hat mich natürlich neugierig gemacht. Das Angebot umfasste einen 40,- Euro Gutschein, den man bei der Bestellung eines Fotobuchs einlösen kann. Die Auflage war, einen ehrlichen Bericht über das Produkt zu schreiben und diesen in den sozialen Netzwerken entsprechend getaggt zu verbreiten.

Da ich sowieso auf der Suche nach einem geeigneten Fotobuch-Produzenten war, habe ich mich beworben und wurde in das Testprogramm aufgenommen.

Die Bestätigung kam am nächsten Tag, also konnte ich loslegen.

Erstellung und Bestellung

Das Design des Fotobuchs habe ich mit der kostenlos zur Verfügung gestellten Software vorgenommen. Die Software ist auch für Mac-Benutzer verfügbar.

Der Funktionsumfang der Software entspricht dem Üblichen bzw. dem, was man von einer Fotobuch-Software erwartet. Unterstützt werden das Design des Buchs und der Bestellvorgang. Die Software bewertet die Bilder bezüglich der Auflösung und gibt einen Status, ob die Bilder für den Druck ausreichend groß sind.

Auch die Auswahl des gewünschten Produkts kann innerhalb der Software erfolgen.

Die angebotenen Formate der Bücher geben leider nicht das Seitenverhältnis als Dezimalzahl an - wenn man darauf Wert legt, muss man erst selber rechnen.

Fotobuch-Software

Für das Design habe ich zunächst versucht, die Automatik-Option zu benutzen. Diese errechnet automatisch beim Hinzufügen eines Bildes zu einer Seite ein passendes Design. Die Ergebnisse waren aber quasi unvorhersehbar, deswegen habe ich dann auf die manuelle Platzierung der Bilder umgestellt. Hier kommt das einzige Problem, das ich mit der Software hatte: beim Hinzufügen eines Bildes per Drag&Drop wird dieses nicht dort platziert, wo ich es “fallen lasse” sondern ausserhalb des Druckbereichs. Am Anfang habe ich mich gewundert, dass meine Bilder nie hinzugefügt wurden, sie waren aber einfach nicht sichtbar, da die Darstellung im Programm auf den gedruckten Bereich des Buchs zoomt.

Erst als ich die Darstellung verkleinert habe, konnte ich sehen dass meine hinzugefügten Bilder tatsächlich auch alle vorhanden waren - nur eben nicht im bedruckten Bereich.

Auch im manuellen Modus ist die Platzierung der Bilder problemlos - die Seitenmitte und andere Orientierungspunkte werden von der Software ebenso wie Abstandsmaße eingeblendet. Auch ein Stapeln von Bildern und die Veränderung ihrer Position im Stapel ist möglich, so dass man teilweise überlappende Bilder realisieren kann.

Ist das Projekt fertig gestellt, werden die Bestell- und Zahlungs-Informationen abgefragt. Nach der Bezahlung(!) wird dann noch einmal geprüft, ob die Daten des Fotobuchs technisch korrekt sind. Diese Reihenfolge sollte meiner Meinung nach geändert werden.
Für die Bezahlung gibt es mehrere Möglichkeiten - ich habe mich für die bequemste per Paypal entschieden.

Produktion und Versand

Wie bei jedem vernünftigen Internet-Shop wird man auch bei Saal-Digital über den Status seiner Bestellung per E-Mail informiert. Ebenso erhält man die Rechnung per E-Mail.

Ich hatte meine Bestellung an einem Samstag hochgeladen. Am Dienstag erhielt ich bereits die Meldung, dass das Fotobuch versandt wurde und am Donnerstag wurde es mir geliefert. Das finde ich wirklich schnell!

Die Verpackung war erstklassig - zunächst das Buch für den Feuchtigkeits- und Kratzschutz in eine Tüte aus weicher Folie eingepackt, dann in eine Polsterung und zum Schluss in die sehr(!) stabile Versandtasche. Extrem professionell!
Ich erwähne das, weil ich schon Produkte bekommen habe bei denen ich mich gewundert habe dass nichts kaputt gegangen ist - schlimmstes Beispiel war meine Kamera, die ohne Polsterung oder Füllmaterial in einem viel zu großen und labberig dünnen Karton geliefert wurde.

Hier Bilder vom Auspacken:

Fotobuch Fotobuch

Qualität des Buchs

Schon vom ersten Ansehen und Anfassen hat man den Eindruck, dass es sich um ein hochwertiges Produkt handelt. Ich hatte die Variante “XT” gewählt, bei der die Seiten schon Karton-Stärke haben.

Die Bücher haben eine “Lay-Flat-Bindung”, man kann also das Buch vollständig aufklappen, so dass man für zweiseitige Bilder eine durchgängige ebene Fläche erhält. Das klappt auch wunderbar:

Fotobuch

Hier eine Nahaufnahme der Bindung, die auch gleich ein Problem zeigt, das eventuell einen Fehler im Produktionsprozess anzeigt:

Fotobuch

Die Seiten werden scheinbar als Doppelseiten belichtet und auf das Trägermaterial aufgetragen. Dadurch erreicht man auch bei Doppelseiten ein durchgängiges Bild ohne Brüche, so wie es im oberen Teil des Bildes gut zu sehen ist.

Im unteren Teil des Bildes sieht man, dass in der Knickfalte das Fotopapier gebrochen ist und damit einen feinen hellen Streifen offenlegt. Ich hatte zuerst an eine ungünstige Lichtreflexion gedacht, aber bei genauerer Betrachtung stellte sich heraus, dass dieser Oberflächenbruch auf allen Seiten immer im unteren Seitenbereich vorhanden ist. Deswegen denke ich, dass es hier ein prinzipielles Problem in der Produktion gibt. Fairerweise muss man sagen, dass das auf den meisten Seiten nicht auffällt - nur auf Seiten wie der gezeigten, wo größere dunkle Flächen über der Knickstelle liegen.

Die Qualität der Drucke ist beeindruckend - viele Bilder erreichen eine tonale Tiefe, die man vom Monitor nicht gewöhnt ist. Teilweise sieht man Details, die während der Bearbeitung nicht zu bemerken waren. Etwas, das prinzipiell sehr gut ist, das man aber im Hinterkopf behalten sollte, um keine bösen Überraschungen zu erleben.

Ich hatte die matte Oberfläche für die Innenseiten gewählt - diese vermitteln einen edlen Eindruck. Sowohl Farb- als auch Schwarz/Weiß-Bilder werden sehr gut wiedergegeben.

Einen kleinen Wermutstropfen gibt es noch: Die erste und letzte Seite sind nicht auf dem Trägermaterial (oder evtl. auf dünnerem) aufgebracht, das für die restlichen Seiten benutzt wird. Das würde ich anders erwarten, denn hier kommt es zu dem Effekt, dass sich die Struktur der Klebstellen und umgeschlagenen Seitenräder des Einbands auf dem Bild unschön abzeichnen. Eventuell sollte man deshalb darauf verzichten, die erste und letzte Seite mit Bildern zu versehen - bei dem Preis des Fotobuchs ist das dann allerdings schon ein herber Verlust.

Ich hoffe, dass das Problem auf den folgenden drei Bildern erkennbar ist:

Fotobuch Fotobuch Fotobuch

Fazit

Will man ein qualitativ hochwertiges Fotobuch, kann man Saal-Digital getrost empfehlen.

Die kleinen Probleme fallen kaum oder gar nicht in’s Gewicht und auch andere Hersteller haben immer irgendwelche Probleme. Im Zweifel muß man alle interessanten Hersteller einmal durchtesten.